Wo Ton auf Leidenschaft trifft
Seit über sechzig Jahren formen wir in Langnau Keramik. Was als Handwerk begann, ist heute auch Kunst — aber vor allem geblieben: echte Arbeit mit echtem Material.
1962: Ein Ofen, ein Traum
Friedrich Müller war Bauernsohn und hatte keine Lust auf Kühe. Stattdessen baute er sich einen Brennofen aus Ziegelsteinen und begann, Gebrauchskeramik für die Nachbarn zu fertigen. Schüsseln für den Teig, Krüge für den Most, Blumentöpfe für den Garten.
Die Nachfrage wuchs schneller als erwartet. Innerhalb weniger Jahre stand ein richtiges Atelier — klein, aber mit allem, was es brauchte. Friedrich entwickelte seine eigenen Glasuren aus den Mineralien der Gegend und legte damit den Grundstein für unser heutiges Farbspektrum.
Unser Weg durch die Jahrzehnte
Friedrich Müller gründet die Töpferei in einer umgebauten Scheune. Der erste Brennofen ist noch mit Holz befeuert.
Sohn Peter übernimmt und erweitert das Sortiment um Tafelgeschirr. Die erste Gastronomie-Kooperation entsteht mit einem Berner Restaurant.
Einbau eines elektrischen Brennofens für konsistentere Ergebnisse. Der alte Holzofen bleibt für besondere Stücke erhalten.
Erste Ausstellung in einer Zürcher Galerie. Die künstlerische Seite der Arbeit rückt stärker in den Fokus.
Anna Müller-Wirth, die dritte Generation, tritt ins Geschäft ein. Sie bringt neue Impulse aus ihrer Ausbildung in Japan mit.
Start der Töpferkurse. Erstmals teilen wir unser Wissen systematisch mit Interessierten aller Erfahrungsstufen.
Eröffnung des neuen Ateliers mit vergrössertem Kursraum und eigenem Verkaufsladen direkt an der Werkstatt.
Was uns antreibt
Geduld vor Geschwindigkeit
Gute Keramik lässt sich nicht beschleunigen. Wir geben jedem Stück die Zeit, die es braucht — beim Formen, beim Trocknen, beim Brennen.
Lokal verwurzelt
Unser Ton kommt aus der Region, unsere Mitarbeiter auch. Wir glauben an kurze Wege und persönliche Beziehungen.
Wissen weitergeben
Handwerk lebt nur, wenn es geteilt wird. Deshalb unterrichten wir — und lernen dabei selbst immer wieder Neues.
Form folgt Funktion
Schönheit entsteht, wenn ein Gefäss seinen Zweck erfüllt. Wir gestalten von innen nach aussen, nie umgekehrt.
«Mein Grossvater sagte immer: Wenn der Ton nicht mitarbeitet, zwing ihn nicht. Warte bis morgen. Diese Geduld versuche ich mir jeden Tag aufs Neue zu bewahren.»
Die Menschen hinter der Keramik
Anna Müller-Wirth
Werkstattleitung & Keramikerin
Dritte Generation im Betrieb. Nach dem Studium in Zürich verbrachte Anna zwei Jahre in Japan, wo sie die Raku-Technik vertiefte.
Peter Müller
Seniorchef & Berater
Hat den Betrieb über 30 Jahre geführt. Heute berät er bei Grossaufträgen und pflegt den Holzbrandofen, sein Herzstück.
Lukas Bähler
Keramiker & Kursleiter
Ausgebildeter Töpfer mit einem Faible für grosse Formen. Lukas leitet die meisten unserer Kurse und bringt viel Humor mit.
Monika Zürcher
Verkauf & Administration
Der erste Kontakt für alle Anfragen. Monika koordiniert Aufträge, Kursbuchungen und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
Ein Ort zum Arbeiten und Lernen
Das heutige Atelier ist 2021 aus dem alten Gebäude heraus gewachsen. Wir haben Platz für sechs Arbeitsplätze, einen grossen Gemeinschaftstisch für Kurse und einen kleinen Verkaufsbereich, wo fertige Stücke direkt mitgenommen werden können.
Der alte Holzbrandofen steht draussen unter einem Schutzdach. Einmal im Monat wird er befeuert — ein dreitägiger Prozess, bei dem auch gerne Besucher zuschauen dürfen.
Anerkennung für unsere Arbeit
Schweizer Handwerkspreis 2019
Auszeichnung für herausragende Leistungen im traditionellen Kunsthandwerk, verliehen durch den Schweizerischen Gewerbeverband.
Berner Design Award 2020
Anerkennung für die Teller-Serie «Emmental», die traditionelle Formen mit zeitgenössischem Farbkonzept verbindet.
Kulturpreis Emmental 2023
Würdigung des Beitrags zur regionalen Kultur und des Engagements in der Nachwuchsförderung durch Ausbildungsplätze und Kurse.
Möchten Sie uns kennenlernen?
Besuchen Sie uns im Atelier oder melden Sie sich für einen Kurs an.
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